nspiriert von den erfolgreichen Abbauen am Dörrel, jenseits der Grenze auf
Osnabrücker
Seite, wurden immer wieder Versuche unternommen, auch diesseits fündig zu werden. Zur Beschaffung
von
Informationen über die Gruben jenseits der Grenze und das Streichen
der dort abgebauten Flöze versuchte man sich sogar an einer frühen Form der
Industriespionage:
Ein Schurf westlich der Limburg.....
Bergleute, getarnt in "Zivil", versuchten in den fremden Gruben an Informationen zu gelangen, was
jedoch misslang. So blieb auf Pr. Oldendorfer Seite nur der mühsame Weg eigener
Prospektionsarbeiten, ohne Fremdhilfe
der benachbarten Gruben. Diese Bergbauversuche lassen sich z. B. anhand der Aufschlussarbeiten am
Limberg,
westlich der Burgruine "Limburg", nachvollziehen. Die Aufschlussarbeiten dort
gingen wieder einmal von einer ortsansässigen Person aus, so, wie es in der Vergangenheit bereits
öfters
der Fall gewesen ist.
...wo auch eine Halde zu finden ist
Die Aufschlussarbeiten von der Pr. Oldendorfer Egge bis zum Limberg wurden vom damaligen Preussisch
Oldendorfer Bürgermeister Niemann initiiert. An einer eigens gegründeten 25-teiligen
Gesellschaft war Niemann mit 2
Anteilen beteiligt, die restlichen Anteile verteilten sich grösstenteils auf ebenfalls
ortsansässige
Personen. Die Gesellschaft wurde im Jahre 1800 gegründet, bei der technischen Durchführung
baute man auf
den bergmännischen Sachverstand des Obersteigers Schacke. Die Prospektionsarbeiten fanden ihren
Hochpunkt
im Abteufen eines ca. 5 Lachter (= ca. 10,5 m. 1 preussischer Lachter entspr. 2,0924 m) tiefen
Suchschachtes. In einer von Herrn Besserer geschriebenen Abhandlung über die
Bergbauversuche bei Preussisch Oldendorf findet man den Hinweis, daß das Abteufen und
Schürfen in diesem Fall vonstatten ging,
ohne die dafür erforderliche Genehmigung in Form eines
Diese Aufschlussarbeiten befinden sich...
Schurfscheines eingeholt zu haben. Die organisatorischen Belange wurde also nicht immer professionell
gehandhabt,
zur bergmännisch- geognostischen Beratung gewann man immerhin noch den
Obergeschworenen Müser, einen Bergsachverständigen aus Ibbenbüren. Dessen
nüchterne Sicht der Dinge
bewahrte bereits mehrere Male zuvor einige Preussisch Oldendorfer vor zu hohen Erwartungen bei ihren
bergbaulichen
Engagements: Auf Müsers Geheiß hin hatte man bereits einige neuaufgenommene Abbauversuche
am
nahegelegenen
»Bergbau am Schwarzen
Brink aufgegeben. Auch im Fall des Vorhabens am Limberg baute man auf Müsers Erfahrung und
bat um eine Beurteilung
der durch den Suchschacht
aufgeschlossenen
...wenige Meter nördlich
des Aussichtsturms
Gesteine und damit auch zum gewählten Ort des Abbauversuches. Wahrscheinlich setzte der Schacht
im unteren weißen Jura an, was die
getroffene Platzwahl erklären dürfte, sind dort doch teilweise Schieferschichten und kleine
Kohleschmitze
anzutreffen, so, wie es auch bei einige Kilometer weiter südlich bei den
»Kleinen Stollen
am Nonnenstein der Fall ist. Im Suchschacht wurde jedoch laut Auskunft des
Sachverständigen Müser
kein kohlehaltiges Material gefunden. Desweiteren könne auch nicht damit gerechnet werden, im
Umfeld des
Schachtes fündig zu werden, so das ernüchternde Resumee des Bergsachverständigen -
womit er zumindest im
weiteren Sinne nicht ganz richtig lag. Nach dieser negativen Beurteilung indes wurden
Schurfe und Suchschacht aufgelassen. Die Angaben zur Lage des Schachtes sind leider uneinheitlich,
teilweise weichen die Entfernungsangaben mit der Burgruine als Bezugspunkt um das Doppelte voneinander
ab. Folgt man den im Schrifttum überlieferten Ortsbeshreibungen, so findet man einige Schurfe,
jedoch ist
nur bei einer der beschriebenen Stätten auch eine Halde zu finden. Wenn man z. B., von der
Burgruine kommend, in Richtung des
hölzernen Aussichtsturmes geht, so wird man zeitig nach Betreten des Waldes, links des Kammwegs,
einen ausgedehnten
Schurf in Form eines länglichen Grabens sehen können.